Er fühlt sich „herumgeschoben“

Markus Lanz: DARUM kritisiert er jetzt das ZDF

02.06.2021 um 12:42 Uhr

Der Moderator ärgert sich darüber, dass es im Zweiten kein verlässliches Sendeschema gibt.

Mit seiner Talkshow feiert Markus Lanz seit Beginn der Corona-Pandemie einen Quotenerfolg nach dem anderen.  Der Promi-Talk, der beim ZDF eigentlich im Programmbereich Unterhaltung angesiedelt ist, hat sich über die die Jahre zu einer der wichtigsten Bühnen für die politische Debatte in Deutschland geworden. Trotzt der jüngsten Erfolge und seinem gestiegenen Ansehen fühlt sich der Moderator scheinbar nicht ausreichend wertgeschätzt von seinem Sender.

Im Interview mit dem Magazin journalist kritisiert der 52-jährige Südtiroler das Programmschema des ZDF. Der Grund: Seine Talksendung, die von Dienstag bis Donnerstag läuft, hat keinen festen Sendeplatz und startet mal um 22.45 Uhr, mal um 23.15 Uhr oder später. "Wir werden da manchmal unglaublich herumgeschoben", ärgert sich Lanz. Das sorge nicht nur bei der Redaktion gelegentlich für Frust, sondern auch bei den Zuschauern.

"Wer eine Sendung kaputtprogrammieren will, nimmt ihr jede Verlässlichkeit." Die "Kollegen im Ersten" bekämen "komischerweise ein verlässliches Sendeschema hin."

Die fünf wichtigsten Fakten zu Markus Lanz

  • Markus Josef Lanz wurde am 16. März 1969 in Bruneck (Südtirol) geboren
  • Seit 2008 moderiert er im ZDF seine Talkshow „Markus Lanz“
  • Von 2012 bis zum Aus 2014 moderierte er „Wetten, dass..?“ im ZDF
  • Markus Lanz startete seine Karriere bei Radio Hamburg und wechselte später zu RTL
  • Lanz ist verheiratet, lebt in Hamburg und ist Vater von drei Kindern

Lanz, der aufgrund seines „grillenden“ Interviewstils nicht unumstritten ist und jede Woche mit seinen wechselnden Gästen eine Vielfalt an Themen behandelt, verrät in dem Interview auch, wo für ihn persönlich der Reiz der Sendung liegt, die er seit 2008 moderiert:

Als der Politiker Friedrich Merz zum ersten Mal auf dem Stuhl direkt neben ihm saß, habe er ihn provoziert und ihm prophezeit, er würde in seiner Partei ohnehin nichts mehr werden. "Da schoss Merz wie eine Kobra nach vorne und meinte: Das wollen wir doch erst mal sehen! Bei Markus Söder vibriert die Luft genauso, ich mag das." Der TV-Moderator ist von sich selbst begeistert, wenn es ihm in der Sendung gelingt, Leute, die "komplett druckfest" sind, aus dem Tritt zu bringen: "Wenn es zumindest gelegentlich mal einen Augenblick der Wahrhaftigkeit gibt, freue ich mich."

Mit seiner Art zu reden und zu gestikulieren hält sich der Vater von drei Kindern "fürs Fernsehen eigentlich völlig ungeeignet": "Als Gastgeber so herumzuzappeln, wie ich das manchmal mache, und dabei immer näher an den Gast heranzurücken, wirkt über den Bildschirm viel zu raumgreifend und verstößt eigentlich gegen jede Fernsehregel."

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