„Strahlemann“ erinnert sich

Morden im Norden: DAS waren die skurrilsten Todesarten der Serie

05.12.2021 um 16:06 Uhr

Die Todesarten bei „Morden im Norden“ haben sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre gewandelt. Zu Beginn setzte man in der Kult-Krimireihe noch auf schwarzen Humor und die Drehbuchautoren legten sich mächtig ins Zeug, um möglichst skurrile Situationen zu erfinden. Anlässlich des zehnten Geburtstags der Serie erinnert sich Gerichtsmediziner „Strahlemann“ an vergangene Zeiten und verrät, warum sein Berufsstand bei den Krimifans so beliebt ist.

Folterbank und Nagelschere

 „Der erste Tote auf meinem Obduktionstisch war ein Lübecker Marzipanhändler, der mit seinem eigenen Marzipan erstickt wurde“, weiß Dr. Henning Strahl alias Christoph Tomanek. Und das ist nicht die einzige groteske Todesursache, an die er sich erinnert: „In einem Aquarium wurde zum Beispiel ein Tierpfleger mit einer Harpune niedergeschossen. Ein Sportlehrer starb auf offener Straße mit einem Wurfspeer im Rücken. Da gab es ein Fingernagelmodell, das mit dem Stich einer Nagelschere ins Ohr ermordet wurde. Besonders qualvoll kam ein Zuhälter in einem Lübecker Museum ums Leben: Er wurde auf einer historischen Streckbank zu Tode gefoltert.“

Heute begegnen ihm in der TV-Pathologie nur noch selten solche Fälle. „Morden im Norden“ ist ernsthafter geworden und mit der Serie haben sich auch die Todesarten gewandelt: „Wir erzählen inzwischen berührende, oft tragische Kriminalfälle, in denen Menschen in soziale Not geraten und sich in Situationen manövrieren, die sie nicht mehr kontrollieren können. Ich bin wirklich begeistert darüber, wie sich unsere Serie weiterentwickelt hat“, so der Schauspieler.

Warum sind Gerichtsmediziner so beliebt?

Besonders angenehm ist es angesichts so vieler trauriger Geschichten für keinen Menschen in der Pathologie. Da stellt sich doch die Frage, warum ausgerechnet die Gerichtsmediziner beim TV-Publikum so beliebt sind. Schauspieler Christoph Tomanek hat da seine ganz eigene Erklärung: „Als Normalsterblicher, der dem Leben zugewandt ist, möchte man damit ja nicht so viel zu tun haben. Aber wenn man vor dem Bildschirm sitzt und den TV-Pathologen quasi aus der Ferne zuschaut, wie sie mit einem sarkastischen Spruch und einem Lächeln Leichen untersuchen, dann verliert das Thema für einen Moment seine Bitterkeit und Beschwernis. Rechtsmediziner ermöglichen uns einen leichteren Umgang mit dem Thema Sterben“

Neue Folgen von „Morden im Norden“ laufen ab dem 10. Januar 2022 immer montags um 18.50 Uhr im Ersten.

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