Dreharbeiten zu "House of Dragon" sollen im April starten

„Game of Thrones“: So geht’s weiter

22.04.2021 um 16:31 Uhr

„Game of Thrones“ war nur der Anfang:  TV DIGITAL erklärt, wie HBO seine Fantasy-Saga um mehrere Spin-off-Serien erweitert. Die Prequel-Serie „House of Dragons ist bereits in Arbeit.

Ein Artikel von TV DIGITAL Reporter Michael Tokarski

Zwei Jahre ist es her, da endete die größte Serie der Welt. Die finale achte Staffel von „Game of Thrones“ ging im April 2019 auf Sendung. Als ein paar Monate später die Emmys verliehen wurden, konnte die Fantasy-Saga ihren Fabel-Rekord weiter ausbauen: Über alle Staffeln hinweg gewann „Game of Thrones“ 59 Emmys – mehr als „Die Sopranos“, „Breaking Bad“, „House of Cards“ und „Stranger Things“ zusammen! Kein Wunder, dass der Sender und Streaminganbieter HBO nach Nachfolgern fahndet.

Über ein halbes Dutzend Spinoffs zu „Game of Thrones“ sind in Arbeit, alle in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Am weitesten fortgeschritten: „House of the Dragon“ über die Dynastie der Targaryens. Die Machtkämpfe und Intrigen auf dem FantasyKontinent Westeros gehen also weiter. Die Grundlage für die Spin-offs stammt von George R. R. Martin. Sein Romanzyklus „Das Lied von Eis und Feuer“ lieferte die Vorlage für „Game of Thrones“.

Darüber hinaus verfasste Martin Tausende Seiten fiktiver Geschichtsschreibung zu seiner Fantasy-Welt, die nun Stoff für die Spin-offs liefert. Nicht nur HBO lässt sich von Martins Büchern inspirieren. Unabhängig von den Spin-offs entstand das Projekt „Unseen Westeros“. Hier zeigen 40 „Game of Thrones“-Grafiker basierend auf Martins Beschreibungen jene Orte der Welt von Eis und Feuer, die in der Serie nicht zu sehen waren, darunter die Kontinente Ulthos und Sothoryos.

George R. R. Martin bestätigt in seinem Blog: Einige der angedachten Spin-offs „könnten außerhalb von Westeros spielen“. Überhaupt sollten Zuschauer in den geplanten Serien keine bekannten Gesichter erwarten. „Es geht“, so Martin, „vielmehr um Prequels."

Eines dieser Prequels heißt „Bloodmoon“. Die Serie sollte 8000 Jahre vor „Game of Thrones“ spielen und die Vorgeschichte der Weißen Wanderer erzählen. Eine Pilotfolge mit Naomi Watts („King Kong“) ist bereits abgedreht. Doch HBO war mit dem Ergebnis unzufrieden. „Bloodmoon“ wird nicht in Serie gehen – was durchaus überrascht, denn auch die ursprüngliche Pilotfolge von „Game of Thrones“ war 2010 ein Flop. Erst mit weitreichenden Nachdrehs und Umbesetzungen wurde die Serie zum Erfolg. Eine ähnliche Entwicklung traute man „Bloodmoon“ offenbar nicht zu.

Die konkreten Spin-off-Pläne zu „Game of Thrones“:

„House of The Dragon“

Die Prequel-Serie spielt 300 Jahre vor „Game of Thrones“ und erzählt die Geschichte des Hauses Targaryen. Paddy Considine („The Third Day“) spielt den gütigen Herrscher Viserys I., Matt Smith („The Crown“) dessen impulsiven Bruder, den Drachenreiter Daemon. Die Showrunner sind Ryan Condal („Colony“) und Miguel Sapochnik. Letzterer führte schon bei einigen der besten „Game of Thrones“-­Folgen Regie, u.a. bei „Die Schlacht der Bastarde“. Drehstart geplant für April 2021, Ausstrahlung 2022.

„Roberts Rebellion“

Am Anfang der Serie „Game of Thrones“ herrscht König Robert über Westeros. Wie genau ist er einst an die Macht gekommen? Eines der geplanten Spin-offs soll seine Geschichte erzählen. Die Serie würde damit knapp 20 Jahre vor „Game of Thrones“ spielen. Rollen wie die von Robert und Ned Stark müssten neu besetzt werden. Ursprünglich war Buchautor George R. R. Martin gegen dieses Spin-off, HBO entwickelt die Idee dennoch weiter – wohl auch, weil ein Prequel bereits scheiterte. In der Drehbuchphase

„Der Heckenritter“

Neben „Das Lied von Eis und Feuer“ hat George R. R. Martin eine weitere Reihe in der gleichen Fantasy Welt angesiedelt: „Der Heckenritter von Westeros“. Die bisher drei kurzen Bände spielen rund 90 Jahre vor „Game of Thrones“ und erzählen vom Ritter Ser Duncan dem Großen und seinem Knap[1]pen Ei. Anders als die anderen Spinoff-Ideen würde es bei einer Heckenritter-Serie nicht um das Schicksal des ganzen Kontinents gehen. Stattdessen verspricht die Vorlage eine eher einfach gestrickte Abenteuergeschichte. Drehbuchphase

Für HBO ist „Game of Thrones“ mehr als nur eine Serie

Es ist vielmehr der Startpunkt für einen möglichen Themenkosmos. Im Kampf um die Aufmerksamkeit der Zuschauer sind starke Marken die wichtigste Währung. Streamingkonkurrent Disney hat es vorgemacht mit seinem allumfassenden Marvel-Universum.

Währenddessen sucht Mitbewerber Netflix noch immer nach einem Franchise mit ähnlichem Potenzial. Mit David Benioff und D. B. Weiss hat Netflix zumindest schon mal die „Game of Thrones“-Showrunner von HBO abgeworben. Und Amazon engagierte für seine geplante „Herr der Ringe“-Serie den „Game of Thrones“-Co-Autor Bryan Cogman als Berater. Nicht nur in Westeros wird mit allen Tricks gekämpft, sondern auch unter Streamingdiensten.